Page 98 - Integriertes Klimafolgenanpassungskonzept für die Stadt Essen
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G3 Klimaresilienter Umbau von Waldflächen
Ziel/e der Maßnahme
Ziel der Maßnahme ist es, einen robusten und vitalen Wald auch unter den Bedingungen des Klima-
wandels zu erhalten durch
sukzessive Umstellung der Zusammensetzung der Baumarten und
Optimierung der waldpflegerischen Maßnahmen.
Beschreibung
Der Klimawandel hat verschiedene Auswirkungen auf die Baumartenzusammensetzung und somit
auf die Wald- und Forstwirtschaft. Einige Baumarten profitieren dabei vom Klimawandel, andere lei-
den darunter. Graduelle Klimaveränderungen können einerseits das Wachstum der Bäume fördern,
weil beispielsweise die Vegetationsperiode länger andauert. Anderseits können sie eine schneller
fortschreitende Vermehrung von Schaderregern fördern und damit zu geringerem Wachstum beitra-
gen. Zunehmende Dürre/Wassermangel in der Vegetationszeit mindert den Zuwachs deutlich und
führt vermehrt zu Absterbeerscheinungen.
Beim angepassten Waldumbau wird davon ausgegangen, dass vermehrt klimarobuste Mischwälder
gefördert werden sollten. Im Zuge der letzten Stürme und Dürren hat sich der Anteil zu Gunsten des
Laubwaldanteils verschoben. Die Zuwachsleistung von Nadelbäumen und damit die CO2-Fixierung ist
deutlich höher als von Laubbäumen, so dass es legitim erscheint, im Sinne des Klimaschutzes auch
geeignetes Nadelholz in Mischung einzubringen. Waldgebiete im Stadtgebiet von Essen sind als Aus-
gleichsraum für das Stadtklima, als Erholungsraum und als Kohlenstoffspeicher klimaangepasst wei-
terzuentwickeln. Die Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels ist durch die Entwicklung
von baumarten- und strukturreichen Waldgesellschaften zu erhöhen (Stichwort „Dauerwald“).
Konkrete Maßnahmen im Wald sind:
Abwägung zwischen den Anforderungen des Naturschutzes und den Anforderungen des Kli-
mawandels für die Auswahl von Baumarten
Erkenntnisse aus der Naturwaldstrategie einbeziehen
Fortführung der Anpassung der Wege an Starkregenereignisse
Optimierung der Jagd für den (veränderten) Waldbau
Naturnaher Waldbau bedeutet auch eine angepasste Waldbewirtschaftung und Waldpflege inklusive
der Entnahme von Bäumen. Aufforstung ist ein guter Schutz vor Bodenerosion und kann das lokale
Klima positiv beeinflussen, da Wälder als Frischluftentstehungsgebiete fungieren. Aufforstung stellt
also eine mögliche Anpassungsoption dar. Gleichzeitig wird durch sie CO2 gebunden und somit ein
Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Aufforstungen sollten aber die Funktion der bestehenden Belüf-
tungsbahnen, die zur Hitzereduktion in bebauten Bereichen beitragen, nicht einschränken.
Umsetzungsbeteiligte
Grün und Gruga, Umweltamt
Wesentliche Umsetzungsschritte und -instrumente
Kooperationen mit Waldbesitzern, Gewinnung von privaten Waldbesitzern ohne forstfachli-
che Kenntnisse für die Forstbetriebsgemeinschaft
Ausnutzung der Erkenntnisse aus dem Umweltmonitoring des Bundes und der Länder (forst-
wirtschaftliche Institute)
Konkrete Maßnahmen im Wald planen und umsetzen
Zur Öffentlichkeitsarbeit Flyer erstellen, auf bestehende Flyer zugreifen, Exkursionsrouten
ausarbeiten als Informationskampagne für die interessierte Öffentlichkeit
Für Aufforstungsprojekte ist Zone 5 (Belüftung) der Handlungskarte Klimaanpassung zu beachten.
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