Page 8 - Essen.Informiert Ausgabe Februar 2025
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              Essen.Informiert             Politik und Verwaltung                                                    Februar 2025





                                                                                        „Freiheit in der Ferne - Die
                                                                                        Koffer sind ausgepackt“

                                                                                          Die Ausstellung „Freiheit in der Ferne - Die
                                                                                        Koffer sind ausgepackt“ erinnert an die soge-
                                                                                        nannten jüdischen Kontingentflüchtlinge. Vor
                                                                                        30 Jahren kamen die ersten aus der ehemali-
                                                                                        gen Sowjetunion nach Deutschland. Weil wäh-
                                                                                        rend zur Zeit der UdSSR Religionsausübung in
                                                                                        jeglicher Form unterdrückt wurde, erstarkten
                                                                                        mit dem Zusammenbruch des Systems antise-
                                                                                        mitische Vorurteile. In den Nachfolgestaaten
                                                                                        der Sowjetunion fühlten sich viele Jüdinnen
                                                                                        und Juden zunehmend bedroht und wurden
                                                                                        insgesamt stark in allen Belangen der berufli-
       Die Essener Bürgerinnen und Bürger können der Stadt Essen ihre Lärm- und Ruheorte im Rahmen einer Online-Aktion mit-  chen und privaten Entwicklung reglementiert.
       teilen. Los geht es am 14. Februar.                     Foto: Elke Brochhagen, Stadt Essen  Die Ausstellung in der Alten Synagoge Essen,
       Mitmachen: Wo ist es laut und wo leise?                                          Edmund-Körner-Platz 1, würdigt die Geschich-
                                                                                        te der Geflüchteten und schärft das Bewusst-
       Stadt sucht mit Online-Aktion nach Lärm- und Ruheorten                           sein für ihre Erfahrungen. Sie ist noch bis zum
                                                                                        23. Februar zu sehen. Infos: www.essen.de.
        „Bei uns ist es immer wahnsinnig laut“, er-  minderung und dem besseren Schutz festge-
       zählt Liane K. „Im Sommer kannst du die Fens-  legter ruhiger Gebiete.
       ter abends und in der Nacht nicht offenlassen.     Vom 14. Februar bis zum 17. März können
       Autos, Lastwagen und die Bahn sind einfach zu   alle Menschen, die in Essen leben, bei einer in-
       laut“, fährt sie fort.                  teraktiven Online-Beteiligung mitmachen. Wie
         „Lärm ist ein wachsendes Umweltproblem und   laut ist es in Ihrem Wohnumfeld? Wo ist es zu
       kann die Gesundheit belasten“, sagt Sonja Ei-  laut? Wo genießen Sie Ruhe? Alle Hinweise
       senmann, Fachbereichsleitung des städtischen   werden ausgewertet, analysiert und fließen in
       Umweltamtes. Insbesondere der Umgebungs-  die Planung ebenso mit ein wie die Ergebnisse
       lärm sei in Ballungsräumen wie Essen ein gro-  der Beteiligung zum Basis-Lärmaktionsplan im
       ßes Problem. Verursacht wird dieser durch   vergangenen Jahr.
       Straßenverkehr, Schienen- und Flugverkehr so-    „Nur wer sich beteiligt, kann etwas ändern“,
       wie von bestimmten Industrie- und Gewerbe-  sagt Laura Krämer, Projektleitung Lärmaktions-
       anlagen. „Um die Lärmbelastung zu reduzieren,   planung. „Seien Sie Teil der Veränderung“, for-  Die Finissage der Ausstellung in der Alten Synagoge Essen
       überarbeiten wir gerade den Lärmaktionsplan   dert sie die Menschen auf. Die Beteiligung so-  ist am 23. Februar.   Foto: LechLecha Design
       der Stadt Essen.“ Aufbauend auf dem Basis-  wie alle Informationen und der Basis-Lärmakti-
       Lärmaktionsplan von 2024 und einer neuen   onsplan sind unter: essen.de/umgebungslärm
       Lärmkartierung anhand kommunaler Daten   zu finden. Die Teilnahme ist auf Deutsch, in   Autoren stellen „Putins
       folgt nun eine Fortschreibung. Sie dient der   Deutsch - leichter Sprache, Englisch, Türkisch,   Gift“ in der VHS vor
       Konkretisierung von Maßnahmen zur Lärm-  Russisch und Spanisch möglich.
                                                                                         In einer Welt mit Cyberan-
                                                                                        gri en, Giftanschlägen und Des-
       Konzept Verwaltungscampus beschlossen                                            informationskampagnen wirft
                                                                                        das Bestsellerteam Gesine Dorn-
       Quartier Steeler Tor wird aufgewertet / Private Nutzung möglich                  blüth und Thomas Franke einen
                                                                                        kritischen Blick auf die Strategien
        Mit dem Konzept „Verwaltungscampus“    macht. Die Planenden sind angehalten, ein   des russischen Regimes. In ihrem  „Putins Gift“
       kommt Leben in die Baugrube an der Steeler   hochflexibles Gebäuderaster zu entwickeln. Ziel   Buch „Putins Gift. Russlands An-  Foto: Herder
       Straße. Das hat der Rat der Stadt Essen in der   ist, die entstehenden Räume mit nur wenig   gri  auf Europas Freiheit“ entlar-  Verlag
       letzten Sitzung des vergangenen Jahres be-  Aufwand an die Bedürfnisse künftiger Miete-  ven sie die perfiden Methoden, mit denen
       schlossen. Die künftigen Bauten sollen ein   rinnen und Mieter anzupassen.       Russland in Armenien, Georgien, der Ukraine,
       „Höchstmaß an ökologischen und nachhaltigen   Auch andere Nutzende können        den baltischen Staaten, Zentralasien, den USA
       Aspekten erfüllen“. Im ersten Schritt hat der                                    und der EU die liberale Demokratie untergräbt.
       Rat den Weg für die künftige Planung freige-   dort Flächen mieten               Gesine Dornblüth, promovierte Slavistin und
                                                                                        ehemalige Deutschlandfunk-Korrespondentin
                                                Im Gegensatz zu den Vorüberlegungen sollen   in Moskau, und Thomas Franke, Journalist und
                                               nun auch Dritte Räumlichkeiten anmieten kön-  Autor, teilen ihre Erfahrungen aus Recherche-
                                               nen. Außerdem sollen auch die Grundstücke   Reisen nach Russland mit. Sie beleuchten die
                                               nördlich und südlich der Steeler Straße im   Mechanismen, mit denen das Regime seine Zie-
                                               Blick behalten werden.                   le verfolgt. Der Vortrag in der Volkshochschule
                                                Über die ersten Ergebnisse der Planung könn-  (VHS) Essen, Burgstraße 1, beginnt am 20. Fe-
                                               te der Rat nach der Sommerpause entscheiden.   bruar um 18:30 Uhr. Das Duo bietet die Mög-
                                               Anschließend könnte mit dem Bau in mehreren   lichkeit, die russischen Strategien zu verstehen
                                               Abschnitten begonnen werden. Ein künftiger   und die Auswirkungen auf die globale Politik
       Blick in die Baugrube: Der Rat hat den Weg für neue Pla-  Mieter könnte das Land NRW sein. Es plant,   zu diskutieren. Der Eintritt ist frei. Weitere In-
       nungen freigemacht.  Foto: Dirk-R. Heuer, Stadt Essen  eine innenstadtnahe Wache zu bauen.  fos und Anmeldung unter: www.vhs-essen.de.
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