Page 12 - Essen.Informiert Ausgabe März 2026
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              Essen.Informiert           Fraktionen und Gruppen                                                        März 2026





       Wohnungskontrollen                      Leistungen für                           Sozialbetrug darf kein
       gegen Sozialbetrug                      Kinder vereinfachen                      Geschäftsmodell werden

          Die seit Jahren anhaltend hohe Zuwande-  Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) ist ein    Die EBB/FDP-Fraktion spricht sich mit Nach-
       rung hat die Stadt Essen vor erhebliche finan-  wichtiges Instrument, um Kindern und Jugend-  druck für ein konsequenteres Vorgehen gegen
       zielle und organisatorische Herausforderungen   lichen unabhängig von der finanziellen Situati-  organisierten Sozialbetrug aus.
       gestellt.                               on ihrer Familien gesellschaftliche Teilhabe so-
         Während Essen seit Langem unter Haushalts-  wie faire Bildungs- und Entwicklungschancen     Anlass ist die Stellungnahme von Stadtdirek-
       druck, angespanntem Wohnungsmarkt und   zu ermöglichen. In der Praxis zeigt sich jedoch,   tor Peter Renzel im Landtag Nordrhein-West-
       steigenden Sozialausgaben leidet, wurden   dass die bestehenden Angebote deutlich zu   falen, die aus Sicht der Fraktion bestätigt, dass
       Schutzsuchende und Zuwanderer weitgehend   wenig genutzt werden. Gründe dafür sind vor                    Sozialleis-
       ohne ausreichende Kontrolle in das deutsche                      allem komplexe                           tungsbetrug in
                                    Sozialsys-                          Antragsverfah-                           Essen ein er-
                                    tem auf-                            ren, unzurei-                            hebliches Aus-
                                    genom-                              chende Infor-                            maß angenom-
                                    men.                                mation und bü-                           men hat und
                                    Auch in                             rokratische                              mit den bishe-
                                    Essen hat   Hürden bei der Abwicklung der Leistungen.                        rigen Instru-
       sich dadurch ein System etabliert, das Fehlan-    Als Linke im Rat der Stadt Essen haben wir   menten nicht wirksam bekämpft werden kann.
       reize setzt und Sozialmissbrauch begünstigt.  daher einen Antrag in die Februar-Ratssitzung
         Neben tatsächlich Schutzbedürftigen kamen   eingebracht mit dem diese Probleme angegan-  „Die geschilderten Strukturen zeigen, wie pro-
       vermehrt Personen im Rahmen der europäi-  gen werden sollen. Wir möchten, dass die Leis-  fessionell und systematisch der Missbrauch in-
       schen Arbeitnehmerfreizügigkeit in die Stadt,   tungen des Bildungs- und Teilhabepakets in ei-  zwischen organisiert ist“, erklärt Hans-Peter
       ohne realistische Perspektiven auf eine nach-  ner einzelnen Karte gebündelt werden, um Zu-  Schöneweiß. Scheinarbeitsverhältnisse, Schrot-
       haltige Integration in den Arbeitsmarkt. Statt   gangsbarrieren spürbar zu reduzieren. Dies   timmobilien, falsche Vaterschaften und soge-
       regulärer Beschäftigung wurden häufig Mini-  wird in Hamm bereits erfolgreich umgesetzt.   nannte Leihkinder seien Teil eines kriminellen
       jobs genutzt, um formale Voraussetzungen zu   Die positiven Erfahrungen dort zeigen, dass   Geschäftsmodells. Gleichzeitig würden die
       erfüllen und gleichzeitig Sozialleistungen zu   eine niedrigschwellige und übersichtliche Lö-  Grenzen der bestehenden Kontroll- und Ein-
       beziehen. Hinzu kommen Scheinanmeldungen,   sung die Inanspruchnahme der Leistungen   griffsmöglichkeiten deutlich.
       überbelegte Wohnungen und Wohnsitze, die   deutlich erhöhen kann. Durch die Einbindung
       lediglich auf dem Papier bestehen. Die daraus   lokaler Akteure lassen sich zudem regionale   Besonders kritisch bewertet die Fraktion un-
       entstehenden finanziellen Belastungen trägt   Besonderheiten berücksichtigen und bestehen-  klare Zuständigkeiten, lange Verfahrensdauern
       die Stadt Essen und damit ihre Bürgerschaft.   de Netzwerke sinnvoll nutzen.     und den unzureichenden Datenaustausch zwi-
         Dass diese Problematik nicht nur theoreti-                                     schen den beteiligten Behörden. „Wenn selbst
       scher Natur ist, zeigen auch in Essen durchge-    Bis zur vollständigen Umsetzung einer sol-  bei begründetem Verdacht Verfahren über Mo-
       führte gemeinsame Kontrollen von Stadtver-  chen Bündelung müssen bestehende Struktu-  nate liegen bleiben, wird Missbrauch begüns-
       waltung, Jobcenter, Ordnungsamt und Polizei.   ren kurzfristig verbessert werden. Eine ziel-  tigt und staatliche Handlungsfähigkeit unter-
       Dabei wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt,   gruppenorientierte und verstärkte Information   graben“, so Kai Hemsteeg.
       Personen abgemeldet sowie Leistungen über-  über BuT-Leistungen ist notwendig, um an-
       prüft oder eingestellt. Diese Einsätze verdeutli-  spruchsberechtigte Familien besser zu errei-  Die EBB/FDP-Fraktion fordert daher ein ent-
       chen, dass Sozialmissbrauch auch in Essen Rea-  chen. Ebenso entscheidend ist eine verlässli-  schiedenes Umsteuern. Sozialleistungen müs-
       lität ist und konsequentes Handeln erforderlich   chere Bearbeitung von Anträgen, damit Famili-  sen strenger an nachweisbare Beschäftigung
       macht.                                  en Planungssicherheit erhalten und die Teil-  gekoppelt werden. Kai Hemsteeg betont: „Bei
                                               nahme von Kindern an Bildungs- und Frei-  konkretem Missbrauchsverdacht müssen Leis-
         Nach Jahren unzureichender Kontrolle er-  zeitangeboten nicht gefährdet wird.   tungen unverzüglich eingefroren werden. Zu-
       zwingt die angespannte Haushaltslage nun ein     Darüber hinaus stellt eine möglichst direkte   dem braucht es klar geregelte Zuständigkeiten
       Umdenken. Wohnsitzkontrollen müssen in Es-  Abrechnung mit Anbietern wie Vereinen, Mu-  und einen schnellen, verbindlichen Datenaus-
       sen dauerhaft, systematisch und konsequent   sikschulen, Jugendeinrichtungen oder Nachhil-  tausch zwischen Jobcentern, Ordnungsbehör-
       durchgeführt werden. Sozialleistungen dürfen   feinstituten eine erhebliche Entlastung für Fa-  den, Zoll und Staatsanwaltschaften.“
       ausschließlich denjenigen gewährt werden, die   milien dar, da sie nicht in finanzielle Vorleis-    Auch die Verlustfeststellung der Arbeitneh-
       tatsächlich hier le-                    tung treten müssen.                      merfreizügigkeit
       ben und einen                           Dies senkt weitere                       müsse laut EBB/
       rechtmäßigen An-                        Hürden und fördert                       FDP-Fraktion,
       spruch besitzen.                        die tatsächliche                         dringend konse-
       Ordnung, klare Re-                      Nutzung der Ange-                        quenter ange-
       geln und konse-                         bote.                                    wendet werden,
       quente Durchset-                          Trotz der positiven                    um Missbrauch
       zung sind Voraus-                       Erfahrungen in                           wirksam zu unter-
       setzung für die                         Hamm wurde unser                         binden und das
       dauerhafte Leis-                        Antrag durch die                         Vertrauen in den
       tungsfähigkeit   Fraktionsvorsitzender der AfD: Dr.   Mehrheit des Rates   Vorsitz in Fraktion DIE LINKE:   Sozialstaat nach-  EBB/FDP Doppelspitze: Hans-Peter
       der Stadt Essen.  Hermann Postert       abgelehnt.      Liesa Schulz und Eliseo Maugeri  haltig zu stärken.  Schöneweiß und Kai Hemsteeg (v.l.)


        AfD-Fraktion im Rat der Stadt Essen     DIE LINKE-Fraktion im Rat der Stadt Essen  EBB-FW/FDP-Fraktion im Rat der Stadt Essen
        Telefon:  0201 84 07 81 43              Telefon:  0201 17 54 33 14               Telefon:  0201 49 55 13 70
        E-Mail:   kreis-essen@afd.nrw           E-Mail:   info@linksfraktion-essen.de    E-Mail: info@ebb-fdp-fraktion.de
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