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ZU HAUSE IN ESSEN
EIN KLEINES DORF IN DER GROSSSTADT. Wer Ruhrgebiet. Insgesamt bietet der Verband
nach Byfang kommt, merkt schnell: Hier tickt etwa 15.000 bis 17.000 Plätze für Kinder ab
Essen anders. Ländlich, ruhig, grün – und vier oder sechs Monaten bis zum Schulein-
gleichzeitig nur wenige Minuten entfernt tritt. Über 3.500 Mitarbeitende sorgen dafür,
von Kupferdreh, Burgaltendorf und der Ruhr. dass Betreuung, Bildung und Erziehung ver-
Byfang wirkt wie ein Ort, der sich bewusst ein lässlich stattfinden. Die Arbeit orientiert sich
Stück Welt erhalten hat: weniger Tempo, we- an christlichen Werten, Wertschätzung und
niger Lärm, dafür mehr Natur und mehr Mit- dem Blick auf jedes Kind als einzigartiges In-
einander. Vieles, was in anderen Stadtteilen dividuum.
selbstverständlich ist, fehlt hier. Es gibt keine Für Sonja Knop ist genau dieses Verständnis
Schule, kaum Geschäfte, keine Cafés oder ein Grund, warum sie geblieben ist: „Ich bin
Bars – nicht einmal einen öffentlichen Spiel- sehr dankbar, hier arbeiten zu dürfen. Der
platz. Und trotzdem hat Byfang etwas, das KiTa-Zweckverband steht für mich für Wert-
in einer Großstadt selten geworden ist: eine schätzung, Verlässlichkeit und eine familien-
spürbare Gemeinschaft. und mitarbeiterfreundliche Haltung.“ Kinder
Eine, die das Byfanger Lebensgefühl beson- und Familien stehen im Mittelpunkt – aber
ders gut beschreiben kann, ist Sonja Knop. auch die Menschen, die jeden Tag vor Ort
Sie ist 49 Jahre alt und „eigentlich Kupfer- arbeiten. „Das ermöglicht, langfristig anzu-
dreherin“, wie sie sagt – geboren und aufge- kommen und sich mit Herz einzubringen.“
wachsen in Kupferdreh. Doch ihre Kindheit, Byfang beschreibt sie als „ein kleines Dorf in
Jugend und ein großer Teil ihres Lebens sind der Großstadt“. Hier gibt es Natur pur: Rehe,
eng mit Byfang verbunden. Schon als Teen- Füchse, Hasen – und unzählige Pferdekop-
ager kam sie über Freundinnen hierher. Ent- peln, Schafe und Esel. „Das sehe ich in kei-
scheidender Ankerpunkt war die Kirchenge- nem anderen Stadtteil so“, sagt sie. Byfang sei
meinde St. Barbara, die in Byfang seit vielen für sie „wie Urlaub“. Gleichzeitig sei klar: Wer
Jahren ein aktiver Mittelpunkt ist. „Ich habe hier lebt, braucht Geduld und gute Planung.
hier meine Kindheit und Jugend verbracht“, Der Bus fährt selten, vieles funktioniert nur
erzählt sie. „Und ich bin privat und beruflich mit dem Auto – doch genau diese ruhige
so verwachsen mit diesem Ort.“ Lage macht den Ort für viele so besonders.
Heute leitet Sonja Knop die katholische Wer Byfang zeigen will, sollte die wichtigsten
KiTa St. Barbara – seit drei Jahren, ist aber Orte kennen: die KiTa, die Kirche, den Was-
seit 25 Jahren Teil der Einrichtung. Ein Jubi- serturm als Aussichtspunkt – und die Wege
läum, das sie selbst noch einmal berührt hat: hinunter zu einem kleinen Bach, „so lieblich
Viele Familien meldeten sich bei ihr, schrie- und heimelig“, dass man fast vergisst, wie
ben Nachrichten, erinnerten sich an Projekte schnell die Welt drumherum ist. Das Herz
und an die Zeit, als ihre Kinder klein waren. des Stadtteils bleibt die Gemeinschaft rund
Einige ihrer „ersten KiTa-Kinder“ sind inzwi- um die Kirchengemeinde. Der Glaube spielt
schen erwachsen und stehen selbst in Aus- dabei eine Rolle – nicht als starres Regel-
bildung – manche kommen als Praktikan- werk, sondern als etwas, das Gemeinschaft
tinnen und Praktikanten zurück. Für Sonja sichtbar macht: Feste feiern, Verantwortung
Knop zeigt das, wie stark Byfang zusammen- übernehmen, Angebote schaffen und fürei-
hält und wie sehr ein Ort prägen kann. nander da sein. Auch wenn sich Strukturen
Die KiTa ist einer der zentralen Treffpunkte verändern, bleibt hier vieles in Bewegung. In
im Stadtteil. Sonja Knop beschreibt die Ein- Byfang wird nicht aufgegeben – man macht
richtung in einem Satz so: „Die KiTa begleitet weiter.
Kinder mit Herz und Haltung in ihr weiteres Was Sonja Knop sich wünscht? Dass genau
Leben.“ Für viele junge Familien ist sie die das bleibt: die KiTa als Mittelpunkt, die en-
erste Anlaufstelle: Hier entstehen Kontakte, gagierte Gemeinschaft und die Offenheit für
Freundschaften und oft ein Netzwerk, das neue Familien. Und vielleicht ein kleiner zu-
über Jahre trägt. Genau das macht Byfang sätzlicher Treffpunkt: ein Spielplatz, ein Hof-
aus – Menschen begegnen sich nicht nur, sie laden oder ein Café. Etwas, das Menschen
bleiben verbunden. zusammenbringt – auch außerhalb von Ver- Sonja Knop vor der KiTa St. Barbara
Träger der Einrichtung ist der KiTa-Zweck- einen. Denn Byfang ist kein Stadtteil, der – im Hintergrund die Kirche St.
verband im Bistum Essen, einer der größten laut um Aufmerksamkeit kämpft. Aber einer, Barbara, die als Mittelpunkt der
freien KiTa-Träger in Deutschland. Er wurde der leise zeigt, wie gut es tut, wenn man sich Byfanger Gemeinschaft das dörf-
2006 gegründet, hat seinen Sitz in Essen und kennt – und wenn man nicht allein durchs liche Miteinander prägt.
vereint rund 260 Einrichtungen im gesamten Leben geht.
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