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LIFESTYLE
„Peperblom“. Zwei Jahre nach der Eröffnung im Südviertel erwei-
terten die beiden das Sortiment um Mode. Auf Wunsch der Kun-
den. Bei der Auswahl der Kleidung war ihnen sofort klar, dass es
sich um hochwertige und nachhaltig produzierte Mode handeln
sollte. Zudem wollten die beiden Kunst- und Kulturliebhaber klei-
ne Labels und zum Teil noch eher unbekannte Designerinnen und
Designer unterstützen. Mittlerweile arbeiten sie mit sechs davon
zusammen. Diese kommen von Norwegen bis runter nach Bonn.
Wer stilvolle Dekoration, wie dieses Mobilé der Designerin Und Anny und Heinz haben nahezu alle schon einmal persönlich
Annette Rawe, sucht, wird im „Peperblom“ fündig. kennengelernt. So halten sie es auch mit den Handwerkskünstlern,
deren Produkte sie im „Peperblom“ verkaufen. Rund 30 sind es an
der Zahl, mit einem Radius von Schleswig-Holstein bis nach Ös-
terreich. Diese kommen aus
allen Gewerken, von We-
bern über Metaller bis hin zu
Holzkünstlern und Kissen-
herstellern. „Die größte Ar-
beit ist das Finden von neuen
Handwerkskünstlern, zum
Beispiel wenn einer mal in
den Ruhestand geht“, meint
Heinz. So haben die beiden
von der dänischen Grenze
Sie konnten sich direkt mit bis nach Wien gesucht, um
dem Vermieter einigen, und einen neuen Weber zu fin-
so ging der Verkauf 2012 den. Doch die Mühe zahlt
am neuen Standort wei- sich aus. Das „Peperblom“
ter. Zu dem Zeitpunkt hät- Die Mode im „Peperblom“ stammt vor allem von kleinen Labels verfügt über viele Stamm-
ten beide eigentlich schon und ausgesuchten Designerinnen und Designern. kunden. Diese sind zwischen
längst ihre Rente genießen 30 und 92 Jahren und kom-
können, doch das kam für die zwei, die beide aus selbstständigen men aus ganz Essen bis hin nach Bochum. Manche schauen auch
Handwerksfamilien stammen, nicht infrage. „Wir haben keine Kin- zwischendurch einfach mal so vorbei, um kurz zu plaudern oder
der und somit auch keine Enkelkinder, um die wir uns kümmern Sorgen zu teilen. Dann ist Anny die perfekte Ansprechpartnerin,
könnten“, sagt Heinz, und Anny fügt hinzu: „Und wir wollten auch denn die Ruhrpottlerin aus Leidenschaft hat lange Jahre bei der Te-
nicht jeden Tag ins Museum gehen oder auf der Couch sitzen – und lefonseelsorge gearbeitet. Das kommt ihr in ihrem Geschäft zugu-
irgendwas muss man ja machen.“ Aus „irgendwas“ wurde dann das te. Bei der Beratung kann sie aber auch schonungslos ehrlich sein.
„Wenn die Kunden etwas anziehen, was mir nicht gefällt, dann sage
ich das sofort“, sagt die gebürtige Norderin resolut. Und Heinz fügt
schmunzelnd hinzu: „Viele Stammkunden sagen dann lachend,
wenn sie etwas Neues anprobieren: ‚Hoffentlich gefällt Frau Pelzer
das an mir!‘“ Dies ist dann aber sehr oft der Fall. Dieses Vertrauen
der Kundinnen und Kunden und die Nähe zu ihnen sowie die Liebe
für schöne Dinge sind die Gründe, warum das Paar auch als Best
Ager noch ein Geschäft betreibt. Oder, wie Anny es sagt: „Wenn wir
morgens die Türen öffnen, empfinden wir immer eine große Freu-
de. Ja, man kann wirklich sagen: Über allem schwebt Freude!“
Peperblom
Witteringstr. 116
Dekorativ: die Ballerinen und Keramik-Plastiken der Künstlerin Di–Fr 9–18 Uhr, Sa 9–14 Uhr, Mo geschlossen
Gosia Heimowski sowie Objekte aus Metall von Georg Böing peperblom.de
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