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JUNG IN ESSEN
An etwas Ältere richten sich die Bücher von Kathrin
Schrocke, ihre Zielgruppe sind die etwa 13-Jähri-
gen. Anders als bei den anderen beiden war Kath-
rins Berufswunsch schon früh klar. „Ich wollte im-
mer Autorin werden“, sagt sie voller Überzeugung
und mit dem Überrest eines Akzents, der verrät,
dass sie nicht aus diesen Breiten kommt. Wie Anne,
wurde auch Kathrin 1975 geboren, sie allerdings
in Augsburg. Ihr Interesse gilt früh dem, was man
mit Literatur machen kann, und so geht es nach
der Schule nach Bamberg zum Studium der Lite-
raturgeschichte und anschließend zielgerichtet für
drei Jahre zu einem Verlag. Hier will sie den Blick
hinter die Kulissen erlangen. „Ich habe den Beruf
sehenden Auges gewählt“, lacht sie. Mithilfe einer
Ich-AG startet sie das Unternehmen „Autorin“ und
veröffentlicht mit 28 Jahren ihr erstes Buch. Zu-
nächst schreibt sie Auftragsbücher: Leselöwen und
Pferdegeschichten. Da reichen die Titel von „Stern-
schnuppengeschichten“ bis „Liebesleid im Pferde-
paradies“. Doch es sind die gesellschaftspolitischen
Themen, die sie interessieren. „Bücher, die sich
darum drehen, hab‘ ich selbst als Jugendliche ver-
schlungen“, berichtet sie. Drei Jahre recherchiert
sie zum Beispiel für ihren Roman „Freak
City“, in dem es um ein gehörloses Mäd-
chen geht. Kathrin lernt dafür sogar die
Gebärdensprache. In „Bunte Fische Für ihr Buch „Freak City“ über die Freund-
überall“ lebt die Hauptfigur in einer Re- schaft zu einem gehörlosen Mädchen hat
genbogenfamilie, und in ihrem aktuellen Kathrin Schrocke eigens Gebärdensprache
Roman „Weiße Tränen“ ist Alltagsrassis- gelernt.
mus das zentrale Thema. Für ihre Bücher
wurde sie mit zahlreichen Preisen aus-
gezeichnet. „Bunte Fische überall“ wurde in Ulm und in
Essen auf der Studiobühne als Theaterstück aufgeführt.
Neben ihren Romanen schreibt Kathrin auch traumathe-
rapeutische Bilderbücher, zum Beispiel im Auftrag des
Polizeipsychologischen Dienstes, der Bundeswehr oder
der Caritas. Darin geht es um Themen, wie das Leben im Freiwilliges Soziales Jahr
Unterschiedliche Le- Kinderheim oder mit traumatisierten Elternteilen. Wenn
bensmodelle sind gern sie nicht schreibt, ist Kathrin ehrenamtlich als Notfallseelsorgerin
Ausgangspunkt der tätig. Irgendwann führt sie das Leben von Bayern nach Berlin
Romane von Kathrin und die Idee, in einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt zu leben, Gute Ausbildung garantiert
Schrocke. schließlich nach Essen. Auch dieses Thema verarbeitet sie in einem
Jugendbuch. „Meine Inspiration nehme ich immer aus dem Leben.
Viel nehme ich mit, wenn ich mit Bus und Bahn fahre“, erklärt sie.
Als einzige der drei Autorinnen verwendet sie auch gern die aktu- 12-monatiger Freiwilligendienst
elle Jugendsprache. „Du würdest doch nicht ‚das crazy‘ in einem
deiner Bücher verwenden“, sagt Anne erstaunt, und auch Sarah Attraktives Taschengeld
glaubt, dass es unauthentisch wirken würde, wenn sie in Jugend-
Kathrin Schrocke sprache schriebe. „Klar verwende ich das“, erwidert Kathrin, sie Ausbildung als Rettungshelfer NRW
mit ihrer Nominie- passt sogar ihre Bücher sprachlich bei Neuauflagen an, damit sie
rung zum „Preis weiterhin dem Zeitgeist entsprechen. Auch wenn ihre Zielgruppen, Vielseitige Einsatzbereiche
der jungen Litera- Themen und Schreibweisen verschieden sind, so ist für Sarah, Anne
turhäuser“ für die und Kathrin klar, dass sie weiterschreiben, ein Projekt nach dem Spannende Schulungen + pädagogische Begleitung
beste Autoren- anderen. Dabei sind ihre Träume so unterschiedlich wie sie selbst.
lesung im Bereich Sarah würde gern die Filmrechte für ihre Bücher verkaufen, Kathrin
Kinder und Jugend wünscht sich, dass sie für den Rest ihres Lebens von ihren Büchern
2025 auf der Leip- und Lesereisen leben kann, und Anne würde nach diversen Nomi-
ziger Buchmesse. nierungen wirklich gern einmal wieder einen Preis gewinnen. Jetzt informieren und bewerben!
bewerbung.essen@johanniter.de
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