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JUNG IN ESSEN
Autorin Kathrin Schrocke lässt sich gern an belebten Orten in-
spirieren, wie hier bei Uwe Loch im Café Livrès.
stören, lassen Uwe und sein Team uns schon hinein, während sie
den Tag vorbereiten. Als ich durch die Tür stapfe, sind Anne Becker,
Sarah Jäger und Kathrin Schrocke schon dabei, mit dem Fotografen
ein paar Tische für das Gruppenbild mit Damen zurechtzuschie-
ben. Stühle rückend, stellen wir uns vor. Ungefragt mitanzufassen
ist für die drei pragmatischen Frauen völlige Selbstverständlichkeit.
Sich vor dem Frühstück für die Kamera in Szene setzen zu lassen,
scheint weniger alltäglich und sorgt anfänglich für leichtes Unbe-
hagen, das zusammen schnell weggelacht wird. Die Laune ist gut,
und bereitwillig werden alle Variationen von drei Frauen vor Bü-
cherregal durchexerziert. Die Sonne geht auf, das Foto ist im Kas-
ten, die Gäste kommen. Uwe bringt Kaffee. „Könnt ihr nicht noch
Die Autorinnen lernten sich beim Jugend- ein paar Fotos machen und uns kurz quatschen lassen?“, fragt Sa-
buch-Stammtisch kennen. rah, die sich sichtlich freut, ihre Kolleginnen wiederzusehen. „Es
passiert nicht so oft, dass wir alle gleichzeitig in Essen sind“, er-
klärt sie. Viele ihrer Bücher sind Schullektüre. Sie fahren zu Lesun-
s ist kalt. Und dunkel. Und außer- gen und besprechen ihre Geschichten mit den Schülerinnen und
dem viel zu früh, für alle von uns, Schülern vor Ort. Während Sarah teilzeit im Buchhandel arbeitet
wie wir gleich feststellen. Wir wollen und Anne Lehrerin an einer Förderschule ist, tourt Kathrin durch
die Ruhe vor dem Sturm genießen, ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz und verdient ihren
und so treffen wir uns vor Ladenöff- Lebensunterhalt mit Lesungen. Obwohl alle drei Autorinnen be-
Enung im Café Livrès. Denn wo wäre reits für den Jugendliteraturpreis nominiert waren und je einen bis
es passender, drei Autorinnen zu treffen, als mehrere Stapel Bücher geschrieben haben, kann keine von ihnen
in einem Café voller Bücher. Damit wir die davon leben. „Einen Weltbestseller schreiben wäre gut“, sagt Anne
Gäste, die später wie an jedem Morgen das lachend. „Für Erwachsene“, ergänzt Kathrin. Schnell ist klar, Schrei-
Café an der Moltkestraße bevölkern, nicht ben ist hier eine Herzensangelegenheit.
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