Page 4 - Essen.Informiert Ausgabe Dezember 2025, Januar 2026
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              Essen.Informiert                           Aktuelles                                            Dezember/Januar 2025/2026





       Klare Forderungen nach den Workshops zur Abfallvermeidung


       Abfallvermeidung: Bürgerinnen und Bürger regen Zero-Waste-Team an

        Der Blick in die gelbe Tonne von großen
       Wohnkomplexen und in zahlreiche öffentliche
       Abfallbehälter zeigt: Einwegverpackungen aus
       Plastik und beschichteten Papieren unter-
       schiedlichster Art quellen aus den Sammelbe-
       hältern. Auf den zahlreichen Baustellen sehen
       Vorbeifahrende oft Berge von Bauschutt oder
       Erde.
         Diese und viele andere Punkte sind Themen in
       den Workshops mit engagierten Bürgerinnen
       und Bürgern. Die Stadt Essen hatte dazu auf-
       gerufen, sich am neuen Abfallvermeidungskon-
       zept zu beteiligen. In einer Workshop-Reihe
       mit fünf Leitthemen haben engagierte Bürge-
       rinnen, Verbände, zivilgesellschaftliche Organi-
       sationen, Wirtschaft, Politik und Verwaltung   Die Recyclingquote des anfallenden Mülls sollte noch weiter erhöht werden. Ein stadtweites Rückgabesystem beispielswei-
                                                                                                            Foto: AdobeStock_29506181
                                               se für E-Zigaretten könnte die Abfallmengen weiter vermindern.
       konkrete Lösungen für die größten Abfallströ-
       me erarbeitet. Sie sammelten Ideen und entwi-  sie als Einstieg in die Vermeidung. Auch die   mittel. Rund 78 Kilogramm gute Lebensmittel
       ckelten daraus umsetzbare Maßnahmen.    Einrichtung von Rücknahmesystemen für Ein-  wirft jede Person pro Jahr in Deutschland weg.
                                               weg-Vapes (E-Zigaretten) wurde priorisiert.   Die wichtigsten Forderungen zielen auf die
         Mit Einweg-Verbot in städti-                                                   Schaffung von Rechtssicherheit für Retter von
        schen Einrichtungen beginnen                 Weniger Abfälle durch              Lebensmitteln mit abgelaufenem MHD ab. Eine
                                                       Mehrwegangebote                  neue interaktive Website und ein Anreizsystem
         Die Teilnehmenden sehen die Stadtverwal-                                       für „krummes“ Obst und Gemüse fördern die
       tung in der Pflicht, als Impulsgeber und Vorbild   Verpackungen stehen im dritten Workshop   Wertschätzung von Lebensmitteln. Auch so re-
       zu agieren. Gefordert wird die Gründung eines   auf der Agenda. Um die Flut an To-go-Müll zu   duziere sich die Verschwendung von Lebens-
       Zero-Waste-Teams (Abfallvermeidungsgruppe).   stoppen, setzten die Teilnehmenden auf praxis-  mittelabfällen.
       Nach der Einführung einer zentralen Strategie   taugliche Ansätze: Sie sprechen sich für die     Im fünften Workshop dreht sich alles um
       vermindert es innerhalb der Verwaltung Abfäl-  Durchführung einer Aktionswoche zur Mehr-  Nachhaltigkeit. Im Fokus steht der Bausektor
       le. Im ersten Schritt setzt das Team ein kon-  wegangebotspflicht aus. Damit könne die Ein-  als mengenmäßig größter Abfallstrom. Durch
       zernweites Einweg-Verbot in städtischen Ein-  haltung der gesetzlichen Vorgaben in der Gas-  die Einrichtung von Bauteil- und Baustoffbör-
       richtungen durch.                       tronomie nicht nur überprüft, sondern auch   sen könnten Baustoffe wiederverwendet wer-
         Die Stärkung des Ressourcenkreislaufs steht   bekannter gemacht werden. Als leicht umsetz-  den. Ein zu entwickelnder Leitfaden erläutere
       auf der Agenda des zweiten Workshops. Die   bares Pilotprojekt schlagen sie „unverpackte   die Möglichkeiten. Die Teilnehmenden fordern
       Teilnehmenden fokussieren sich auf die Opti-  Wochenmärkte“ vor. Zusätzlich stellt eine zen-  den Abbau von Baurechtsblockaden im Be-
       mierung städtischer Abläufe und die Schlie-  trale Plattform Informationen bereit, die alle   stand, die Einführung von Rentabilitätsstan-
       ßung von Kreisläufen. Sie möchten dafür auch   Angebote und relevanten Infos zu Mehrweg-  dards für den Rückbau und die Förderung
       Unternehmen, Entsorger und Bildungseinrich-  systemen bündelt. Zusätzlich sehen die Teil-  standardisierter, serieller Bauweisen.
       tungen intensiv beteiligen. Die Mitglieder   nehmenden die Einführung einer stadtweiten   Die Ergebnisse der Workshops bilden nun die
       schlagen vor, ein abfallarmes Pilotquartier zu   Verpackungssteuer als Mittel, Verpackungsmüll   Grundlage für konkrete Maßnahmen, um Ab-
       schaffen. Ziel sei, die Abfalltrennung in den   zu reduzieren.                   fall zu vermindern.
       Wohneinheiten zu optimieren. Die kommunale     Im vierten Workshop beschäftigen sich die     Weitere Infos zum Abfallvermeidungskonzept
       Beschaffung von zirkulären Produkten sehen   Mitglieder mit der Wertschätzung für Lebens-  sind unter: www.essen.de/avk zu finden.


       Bundesweiter Wettbewerb: Essen belegt dritten Platz

       „Hauptstadt des fairen Handels“: Feierliche Preisverleihung in München / 10.000 Euro erhalten

        Die Stadt Essen erreicht im bundesweiten   den eingeschlagenen Weg konsequent weiter-  Preis wird alle zwei Jahre im Auftrag des Bun-
       Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“   zugehen. Mein Dank gilt allen, die sich in unse-  desministeriums für wirtschaftliche Zusam-
       den dritten Platz in der Kategorie „Große Kom-  rer Stadt für dieses wichtige Thema einsetzen.“    menarbeit und Entwicklung ausgeschrieben.
       munen“. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis   Die Jury begründete die Auszeichnung mit dem
       nahmen in München Dodo Schulz vom Verein   breiten Engagement der Stadt rund um den
       EXILE e.V., Melanie Bayo und Simone Eisen-  fairen Handel: Faire Beschaffung, innovative
       mann vom Essener Umweltamt entgegen (Foto,   Maßnahmen (z. B. der Sonderpreis Fairtrade im
       von links).                             Rahmen des Essener Umweltpreises), die Nach-
         Oberbürgermeister Thomas Kufen betonte   haltigkeitsstrategie und die Charta Faire Me-
       den lokalen Einsatz für fairen Handel. „Diese   tropole Ruhr 2030.  Hinzu kommen die Fairtra-
       Auszeichnung macht mich stolz – sie zeigt,   de-Schools und Faire KiTas. Auch die Koopera-
       dass wir in Essen gemeinsam viel bewegen   tionen mit Studierenden zur Bearbeitung von
       können. Fairer Handel beginnt bei uns vor Ort,   Fairtrade-Themen in Vereinen und Bildungsein-
       und wir als Stadtverwaltung gehen hier mit   richtungen sowie die Entwicklung des Online-  Die drei Essenerinnen nehmen die Auszeichnung in Mün-
       gutem Beispiel voran. Der Preis motiviert uns,   Spiels „FairTradeStories“ würdigte die Jury. Der   chen entgegen. Foto: Michael Bundscherer, event-fotos.org
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