Page 64 - EMG Stadtmagazin Sommer 2026
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ZU HAUSE IN ESSEN




                                                                               abbaut, lernt leichter. Wer früh Vertrauen
                                                                               fasst, hat später bessere Chancen, wirklich
                                                                               schwimmen zu lernen.
                                                                               Warum das nicht selbstverständlich ist, er-
                                                                               lebt Uwe Lascheit immer wieder. Manche
                                                                               Eltern  könnten  selbst  nicht  schwimmen.
                                                                               Andere hätten kaum Zeit oder keine Mög-
                                                                               lichkeit, regelmäßig mit ihren Kindern ins
                                                                               Bad zu gehen. Und auch bezahlte Angebo-
                                                                               te seien für viele Familien schwer zu stem-
                                                                               men. Er spricht von Kursen, die 35 oder 40
                                                                               Euro für eine Dreiviertelstunde kosten kön-
                                                                               nen. Gleichzeitig sei der Bedarf groß.
                                                                               Wenn beide Eltern arbeiten, Wege lang sind
                                                                               oder Bäder nur eingeschränkt nutzbar sind,
                                                                               wird Schwimmenlernen schnell zur orga-
                                                                               nisatorischen Hürde. Umso wichtiger sind
                                                                               Projekte, die dort ansetzen, wo Kinder ohne-
                                            Uwe Lascheit engagiert sich ehrenamtlich   hin sind: in der Schule. Nach Angaben der
                                            als Schwimmassistent und unterstützt Kin-
                                                                               Stadt gibt es das Projekt Schwimmassistenz
                                 liche sucht. U we Lascheit muss nicht lange überlegen, wenn man ihn   Grundschulen durch 30 Assistentinnen und
                                            der dabei, sich im Wasser sicher zu fühlen.
                                                                               seit 2021. Aktuell werden 121 Gruppen an 72
                                                                               Assistenten begleitet. Damit noch mehr Kin-
                                                                               der profitieren können, sucht die Stadt jetzt
                                 fragt, warum Essen mehr Schwimmassistentinnen und
                                                                               weitere ehrenamtliche Unterstützer*innen.
                                                                               Uwe Lascheit ist dafür ein gutes Beispiel.
                                 -assistenten braucht. Vor allem spricht er über etwas, das
                                                                               Er spricht nicht in großen Worten über sein
                                 dem eigentlichen Schwimmen vorausgeht: Vertrauen ins
                                 Wasser. Genau darum geht es auch im Projekt Schwimm-
                                                                               Woche. Weil Kinder möglichst früh lernen
                                 assistenz, für das die Stadt Essen aktuell weitere Ehrenamt-
                                                                               sollten, dass Wasser nichts Bedrohliches
                           So wie den 68-Jährigen. Seit vier Jahren steht er für das Projekt am   Ehrenamt. Er macht es einfach. Woche für
                                                                               ist. „Nicht erst mit zehn oder elf“, sagt er.
                           Beckenrand. Früher war er Betriebsleiter am Flughafen Düssel-  Denn  auf weiterführenden Schulen  werde
                           dorf, heute unterstützt er Kinder beim Schwimmenlernen. Zu dem   Schwimmen oft vorausgesetzt.
                           Projekt kam er durch einen Aufruf von Oberbürgermeister Thomas   Das Projekt Schwimmassistenz ist deshalb
                           Kufen. Er meldete sich, machte mit – und blieb. Dass viele ande-  mehr als Hilfe im Becken. Es ist ein wichti-
                           re wieder abgesprungen seien, habe auch mit den Zeiten zu tun,   ges Stück Sicherheitsarbeit in dieser Stadt.
                           sagt er. Geschwommen wird morgens, während der Unterrichtszeit.   Wer sich vorstellen kann, Kinder im Schul-
                           „Für einen Rentner ist das einfacher, für einen Berufstätigen ist es   schwimmen ehrenamtlich zu unterstützen,
                           schwierig“, sagt Uwe Lascheit. Gerade deshalb sei der Aufruf der   kann sich beim Essener Sportbund per     Freiwilliges Soziales Jahr
                           Stadt so wichtig.                                   E-Mail an info@essener-sportbund.de oder
                           Was Uwe Lascheit beschreibt, ist mehr als Techniktraining. Viele   telefonisch unter 0201-8146100 melden.
                           Kinder kommen nicht mit Vorfreude ins Becken, sondern mit Un-  Uwe Lascheit hat seinen Weg ins Projekt
                           sicherheit. Manche gehen langsam über mehrere Stufen ins Wasser,   über einen Aufruf gefunden. Vielleicht be-  Gute Ausbildung garantiert
                           halten sich erst einmal am Rand fest und müssen überhaupt erst   ginnt so auch der Nächste.
                           begreifen, dass ihnen dort nichts passiert.
                           „Bei manchen Kindern dauert das wirklich“,
                           erzählt er. Dann brauche es vor allem eines:                                                            12-monatiger Freiwilligendienst
                           Ausdauer. Die Kinder müssten Vertrauen
                           zum Wasser entwickeln und erleben, dass                                                                 Attraktives Taschengeld
                           sie sich darin sicher bewegen können.
                           Für ihn beginnt Schwimmenlernen deshalb                                                                 Ausbildung als Rettungshelfer NRW
                           nicht erst mit den Schwimmbewegungen,
                           sondern viel früher. „Das sollte auf jeden                                                              Vielseitige Einsatzbereiche
                           Fall der erste Schritt sein“, sagt der 68-Jäh-
                           rige über die Wassergewöhnung. Kinder                                                                   Spannende Schulungen + pädagogische Begleitung
                           sollten sehr früh planschen, den Kopf unter
                           Wasser nehmen, das Wasser erleben. Am
                           Ende gehe es zunächst darum, dass sie sa-
                           gen können: „Wasser kenne ich, davor brau-  Schwimmen zu können, ist eine wichtige Grundlage für den All-
                           che  ich  keine  Angst  zu  haben.“  Wer  Angst   tag von Kindern.                                  Jetzt informieren und bewerben!
                                                                                                                               bewerbung.essen@johanniter.de

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